



Unter den spezifischen Nöten in Uganda haben besonders die Kinder zu leiden. Es gibt viele AIDS-Waisen. Zudem haben Familien in Uganda oft viele Kinder zu versorgen. Armut und Hunger üben in diesen Familien einen solchen Druck auf die Kinder aus, dass manche einfach ausreißen. Die meisten von ihnen landen auf der Straße.
Daher haben wir in Uganda einen Schwerpunkt darauf gelegt, solche Kinder aufzunehmen und ihnen einen Schutzraum zu bieten. Wir sorgen für ausreichende Ernährung, eine Schulausbildung und berufliche Fortbildung der Kinder. Folgende drei Projekte werden in Uganda von Gebende Hände gefördert:
Caleb’s Homes (Calebs Zuhause)
In Kampala, der Hauptstadt Ugandas, gibt es über 10.000 Straßenkinder. Unser Projektleiter Caleb war selbst ein solches Straßenkind. Er hatte das Glück, aufgenommen zu werden. Ihm wurden eine Schulausbildung und so die Chance auf ein neues Leben ermöglicht. Caleb möchte daher weitergeben, was er erhalten hat. In den letzten Jahren hat er mehrere Häuser eingerichtet, die den Straßenkindern Zuflucht bieten. Er hat sie "Caleb's Homes" ("Calebs Zuhause") genannt.
Straßenkinder leben unter schrecklichen Bedingungen. Sie müssen oft rund um die Uhr arbeiten. Viele prostituieren sich, verdingen sich als Lastenträger oder verkaufen Drogen. Sie schlafen, wenn überhaupt, zwei bis drei Stunden am Straßenrand. Alle von ihnen bestätigen, dass sie die entwürdigende Arbeit ohne Drogen kaum aushalten könnten.
Inzwischen haben 60 solcher ehemaligen Straßenkinder in den einfachen aber liebvollen Einrichtungen von "Calebs Zuhause" Zuflucht gefunden. Hier bekommen sie täglich nahrhafte Mahlzeiten in Form von Mais, Bohnen, Reis und Bananen. Sie sollen in einer familiären Atmosphäre aufblühen und in eine Gemeinschaft integriert werden, die füreinander Sorge trägt.
Doch das Projekt umfasst in Zukunft noch weitere Schritte, denn so viele weitere Kinder leiden noch Not. Calebs Traum ist es, ein Stück Land zu erwerben und darauf einen landwirtschaftlichen Betrieb aufzubauen. Dort will er Lebensmittel anbauen und die Kinder in Agrarwirtschaft ausbilden. Von den Erträgen einer solchen Farm könnten dann nicht nur die 60 Kinder ernährt, sondern noch mehr Straßenkinder aufgenommen werden.
Charis Center Kampala
2002 wurde das Charis Center von Bischof John Obokech und seiner Frau Catherine gegründet. Vorrangig werden dort Waisenkinder versorgt.
Bereits Ende 2002 hatte das Zentrum 120 Kinder aufgenommen. Dann kamen Kinder aus den Slums von Makindiye und Kampala hinzu, so dass heute etwa 500 Kinder betreut werden. Aber nicht nur das. Sie bekommen auch Schulbildung, die in Uganda normalerweise Geld kostet. Daneben benötigen die Kinder Schuluniformen und tägliche Ernährung.
Eines ist hier außergewöhnlich: AIDS-Waisen sind häufig in Afrika diskriminiert und ausgestoßen. Nicht so im Charis Center. Hier sind sie voll in die Schule integriert und haben dadurch die Chance auf eine Zukunft.
New Hope Uganda
Nach dem Ende des Bürgerkriegs startete 1988 die Arbeit unter Waisenkindern (damals zunächst Bürgerkriegswaisen) in Kasana. Dieses Kinderzentrum (bewusst nicht Waisenhaus genannt!) ist in vielfacher Weise vorbildlich. Zum einen sind die Kinder in Familien mit konkreten Ansprechpartnern, nämlich den Vätern und Müttern, die mit ihren eigenen Kindern ihr Leben mit den Waisenkindern teilen. Sie haben dadurch ein weitgehend normales Familienleben.
Daneben erhalten die Kinder gemeinsam mit Kindern aus der Umgebung eine für ugandische Verhältnisse hervorragende Schulbildung. Danach schließt sich im Vocational Training Center (Berufsausbildungszentrum) Kiwoko häufig eine Ausbildung in einem handwerklichen Beruf an. Mit den externen Kindern werden dort etwa 200 Kinder betreut und versorgt. Weitere 200 stehen auf der Warteliste, so dass ein großer Bedarf nach Erweiterung besteht.
Um eine solche Art der Kinderbetreuung im ganzen Land bekannt zu machen, schulen die Leute von New Hope Uganda in regelmäßig stattfindenden Kursen immer wieder Interessenten aus ganz Uganda. Es ist zu hoffen, dass es noch viele Nachahmer für solch eine erfolgreiche Arbeit gibt.
Zzana Community Children's Center
Das vielfältige Hilfsprogramm vom Zzana Community Children's Center richtet sich besonders an AIDS-Waisen und bedürftige Kinder in schwierigen sozialen Verhältnissen. Oft müssen AIDS-Waisen arbeiten. Sie können daher die Schule nicht mehr besuchen. Die Kinder befinden sich in einer Abwärts-Spirale aus mangelnder Ausbildung, daraus resultierender Armut, Unterernährung und Krankheit. Oft leiden AIDS-Waisen auch unter einer Stigmatisierung und sind aus der Gemeinschaft ausgestoßen.
Zzana Community Children's Center will Kindern helfen, aus einer solchen Abwärts-Spirale herauszutreten. Darum wurden ein Kindergarten und eine Grundschule gegründet. Rund 200 Kinder erhalten dort derzeit Unterricht.
Nur Ausbildung kann dem Schicksal eines AIDS-Waisenkinds eine gute Wende geben. Daher bietet Zzana auch ein umfassendes Berufs-Training an. Die Kinder lernen nähen, stricken, und schreinern. Ferner wird den Kindern psychologische Beratung und kostenlose medizinische Versorgung angeboten. Vielen von Krankheit geschwächten Familien werden Hausbesuche abgestattet. Außerdem unterstützt Zzana die Menschen in Uganda mit Aufklärung über AIDS und Hygiene.