



Rosamond Halsey Carr gründete 1994 das Waisenhaus „Imbabazi“ in Ruanda. In den vergangenen Jahren sorgten Rosamond und ihre Mitarbeiter für fast 400 Kinder. Derzeit beherbergt das Waisenhaus 120 Kinder. Viele von Ihnen sind Kriegswaisen. Ihre Liebe zu einer der schönsten, aber auch gepeinigtsten Regionen der Welt beschreibt Rosamond in ihrem Buch (s. o.), das sie gemeinsam mit ihrer Nichte Ann Howard Halsey verfaßte.
Am 29. September 2006 verstarb Rosamond Carr im Alter von 94 Jahren in Ruanda. Ihr letzter Wunsch war die Fertigstellung der neuen Krankenstation im Waisenhaus. Wir freuen uns, daß ihr dieser Wunsch mit finanzieller Unterstützung von Gebende Hände noch erfüllt werden konnte. Es war uns stets eine Ehre, mit ihr zusammen zu arbeiten und Hilfe leisten zu können. Wir werden im Gedenken an Rosamond Carr auch zukünftig den Kindern in Ruanda helfen. Wir wollen dazu beitragen, daß ihr Name als Inbegriff für Nächstenliebe und Menschlichkeit in Erinnerung bleibt.
Rosamond Carr wurde 1912 im amerikanischen Bundesstaat New Jersey geboren. 1949 zog sie gemeinsam mit ihrem wesentlich älteren Ehemann nach Ruanda und verließ das Land selbst nach der Scheidung von Kenneth nicht. Am Fuße des Virunga-Vulkans betrieb sie eine Pflanzenplantage, Mugongo genannt. In den nächsten 50 Jahren erlebte Rosamond den Prunk und den Niedergang des Kolonialismus. Sie feierte Ruandas Unabhängigkeit.
Trotz der Gewaltausbrüche blieb Rosamond in Mugongo, während andere das Land verließen. Im April 1994, nach dem Beginn des Völkermords, war auch sie schließlich gezwungen, Ruanda zu verlassen und verbrachte einige Monate in den USA. Im August 1994, im Alter von 82 Jahren, kehrte sie nach Ruanda zurück, wo sie nichts als Ruinen vorfand. Rosamond tat das einzige, was Sinn für sie machte: Sie erbaute gemeinsam mit Sembagare, einem langjährigen
Freund und Mitarbeiter, das Waisenhaus „Imbabazi“ als Herberge für die zahlreichen Kriegswaisen.
Ein Satz, den Rosamond immer wieder sagte, lautet: „Das einzige, was ich in meinem fabelhaften Leben bedauere, ist, daß ich keine Kinder bekam, – aber nun bin ich mit mehr als hundert gesegnet.“ Wir werden immer an das Strahlen in ihren Augen denken, wenn Rosamond Carr vom Waisenhaus und ihren Kindern sprach.

